Mit Krawatte und Weste – SPK Scheeßel

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    Die Kleiderordnung auch in der Sparkasse Scheeßel ist streng geregelt, da macht die Größe des Hauses keinen Unterschied. Für öffentliche Auftritte gibt es klare Regeln, daran hat man sich zu halten. Dunkler Anzug und die „richtige“ Krawatte sind ein Muss, Weste das Kann. Mit modischem „Kann“ erschienen die Vorstandsmitglieder der Scheeßeler Sparkasse Jürgen Lange und Olaf Achtabowski zum Gespräch. Beide sind keine geborenen Scheeßeler, aber das sorgt gerade für ein befruchtendes Spannungsfeld in Kombination mit der Zugewandtheit zum Ort. Kritische Distanz ja, der Blick von außen ja, damit verbunden viele gute Ideen und Ansätze für die Gemeinden im Geschäftsgebiet.

    Überlebenschancen.142 Jahre hat die Sparkasse Scheeßel bereits auf der Habenseite ihres Kontos und noch ganz viel Geschichte vor sich. Mit der Entscheidung gegen eine Fusion mit den Sparkassen aus Rotenburg-Bremervörde und Osterholz aber hat sie sich das Leben nicht gerade leichter gemacht, oder doch? Denn für die Kunden ändert die eine wie die andere Variante nichts, für die Mitarbeiter auch nicht. Der Vorstand mit Jürgen Lange und Olaf Achtabowski hätte von der Entscheidung tendenziell keine Nachteile, ist aber gerne bereit, Verantwortung alleine zu übernehmen. Abläufe in der Sparkasse und deren Regulatorik sind ob großes oder kleines Haus gleich, für ein kleineres Haus aber etwas schwieriger zu lösen. Dazu kommen Digitalisierung sowie schwierige betriebswirtschaftliche Voraussetzungen durch niedrige bis keine Zinsen. Das alles erfordert den Mut, Verantwortung zu übernehmen, die Freiheit, Kreativität zu entwickeln und den Willen, Wandel mitzugestalten. All das können Jürgen Lange und Olaf Achtabowski so unterschreiben. „Ständiger Wandel zwingt uns immer wieder, uns neu anzupassen. Dabei spielt Technik eine große Rolle“, sagen die beiden Vorstandsmitglieder, die willens sind, nicht stehen zu bleiben. Durch aktuell niedrige Zinsen rückt auch das Wertpapiergeschäft stärker in den Fokus, eine Aufgabe, der sich die Sparkasse Scheeßel stellt.

    Ganz nah am Kunden dran zu sein, das ist der große und entscheidende Unterschied und damit die Berechtigung für das Bekenntnis zum „kleinen Haus“. Der persönliche Kontakt zu Mitarbeitern, Trägern und Kunden macht für Lange und Achtabowski den besonderen „Charme“ aus. Denn Nähe und Qualität ist ihr Ziel, nicht Größe. Die damit einhergehende größere Verantwortung ist für sie nur folgerichtig. Als Marktführer bei Privat- wie Geschäftskunden liegt die Hauptstelle in Scheeßel im Mittelpunkt des Geschäftsgebiets und garantiert damit schnelle und direkte Entscheidungen. „Wenn es der Region gut geht, dann geht es auch der Sparkasse gut“, ist die klare Aussage des Vorstands. Also sei die Unterstützung der Region damit auch Selbstzweck. Ein spannender Branchenmix guter und interessanter Unternehmen in der von Landwirtschaft dominierten Region wie auch gute Perspektiven für den demographischen Wandel sind gute Voraussetzungen für den Erhalt der Selbstständigkeit der Sparkasse Scheeßel. Ein Blick in die Geschichte. 1876 als „Spar-, Leih- und Vorschuß-Casse für die Kirchspiele Scheeßel und Brockel“ gegründet, stellten schon 1877 die Gemeinden der Kirchspiele Elsdorf und Gyhum den Antrag auf Anschluss. 1943 wurden die Zweigstellen der Kreissparkasse Rotenburg, Lauenbrück und Fintel auf die Sparkasse Scheeßel übertragen. Die Gemeinden Elsdorf, Gyhum, Bothel, Brockel und Hemslingen sowie die Samtgemeinde Fintel und die Einheitsgemeinde Scheeßel sind Träger der Sparkasse als kommunaler Zweckverband, von dem die Sparkasse Scheeßel seit Gründung getragen wurde. Ein Unikum unter den Sparkassen. Die Sparkasse Scheeßel war und ist immer auch Motor für diese Region. So waren Sparkassendirektor Karl Born und seine Nachfolger über Jahre Vorsitzende der Schulgenossenschaft Eichenschule und haben die Entwicklung dieser 1947 von 13 Eltern unter dem Titel „Familienschule Müller-Scheeßel“ gegründeten Privat-Gymnasiums erheblich gefördert.

    Motor der Region. Als einer der großen Steuerzahler und Arbeitgeber in der Region entwickelt die Sparkasse im Geschäftsgebiet Baugebiete und Bauprojekte wie das Seniorenhaus Beeke Park. Dazu gründete sie 1993 die „Immobilien Development und Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG“ (IDB) als Erschließungsgesellschaft. In Kooperation mit dem Autohaus Holst fördert sie das Unternehmertum durch die Ausrichtung des Mittelstandsforums in ihren Räumlichkeiten. Als Förderer und Sponsor stehen Sparkasse Scheeßel und die von ihr im Jahre 1990 gegründete Sparkassenstiftung Scheeßel zahlreichen Projekten zur Seite. Unter dem Motto „In der Region – für die Region“ stärken sie das Engagement von Menschen, Vereinen und Institutionen im gesamten Geschäftsgebiet. Sport, Kultur, Heimat- und Denkmalpflege sind die Förderschwerpunkte der Stiftung. 2009 initiierte die Sparkasse Scheeßel die Gründung der Stiftung „Gutes für die Region“, die als Bürgerstiftung ein Dach für einen eigenen Stiftungsfonds bietet. In den letzten 26 Jahren flossen so neben Sponsoring und Werbung über 1 Million Euro in die Region. Individuelle, maßgeschneiderte Lösungen zeichnen die Sparkasse Scheeßel aus. So entwickelte sie zusammen mit dem Lauenbrücker Unternehmen Atlas von der Wehl ein einfaches Modell für die Finanzierung von Mietbaggern und anderen Mietmaschinen und half der Firma JBS entscheidend bei der Übernahme und Erschließung des Visselhöveder Kasernengeländes. Kunden wissen die vertrauensvolle Beziehung wie auch die Kooperation mit Partnern aus dem Sparkassen Finanzverbund zu schätzen. „Wie schön, dass es euch gibt“, ist das Feedback, das die Sparkasse Scheeßel immer wieder erhält.

    Digitale Tage. Unter dem Motto: „…auch wenn du im Netz unterwegs bis, sind wir für dich da!“ veranstaltete Anfang 2018 die Sparkasse Scheeßel digitale Tage, deren Ziel es war, Kunden digitale Kommunikation und Zugangswege näherzubringen. Neben dem Bankingangebot präsentierten Partner der Sparkasse digitale Trends und ihre Innovationen. Besonderes Highlight war der Besuch der von der Fachhochschule Kiel entwickelten Roboterdame Emma. Geschäftsstellenschließung in Lauenbrück. „Aus Lauenbrück ziehen wir uns nicht zurück“, heißt es von Jürgen Lange und Olaf Achtabowski zur vermeintlichen Geschäftsstellenschließung. An der Beratung ändere sich nichts, die Geschäftsstelle in Lauenbrück wurde nur zu einer reinen SB-Geschäftstelle mit allen Geräten, die man brauche, umfunktioniert. „Wir kommen zu Ihnen, wenn es Ihnen am besten passt“, so das Versprechen der Sparkassenvorstände. Beratungszeit, die unabhängig ist von den Öffnungszeiten der Geschäftsstellen, ist von Montags bis Freitags von 8.00 bis 20.00 Uhr. Natürlich fehle dann vielleicht der „Klönschnack“ vor Ort, aber betriebswirtschaftliche Notwendigkeiten machten diese Maßnahmen unumgänglich. Positiver Effekt ist eine größere Flexibilität durch Bündelung der Kompetenz. Dadurch entstehen mehr persönliche Kundenkontakte in der Sparkasse Scheeßel, wie auch bei den Kunden zu Hause.

    Sabine von der Decken
    Sabine von der Decken
    Geboren 1957 in Nordrhein-Westfalen, Studium der Diplom-Biologie in Bremen und Oldenburg. Seit mehr als 20 Jahren freie Mitarbeiterin Weser Kurier Bremen, arbeitet zudem für Fachmagazine wie Land und Forst und Gartenbauprofi.
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