Wassersportverein Verden: Erlebnisse und Aktivitäten am Fluss Aller

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    Verden. Das Vereinsgelände des Wassersportvereins Verden liegt privilegiert in Sichtweite der Altstadt direkt an der Aller. Das Angebot ist breit gefächert und spricht alle Altersgruppen einschließlich Familien an. Neben einem ansehnlichen Vereinsheim mit Platz für rund 150 Boote, einem Zeltplatz, einer bewirtschafteten Gastronomie nebst Besprechungsraum können die Mitglieder auch einen Kraftraum nutzen. „Wir sind ein vielseitiger Verein, uns alle verbindet die Begeisterung für das Wasser und die Nähe zur Natur“, sagt der erste Vorsitzende Stefan Guth.

    Wer sich auf dem Wasser bewegen und der Natur nahe sein will, hat im WSV viele Möglichkeiten. Das beginnt beim entspannten Kajakfahren auf der Aller, setzt sich über Wanderfahren fort und mündet in Herausforderungen wie Rennsport, Wildwasser, Slalom, Küstenwandern oder Marathon. Zu den Sparten des vor fast 100 Jahren gegründeten Vereins zählen aber auch Motorbootfahren und die Jugendarbeit. Im WSV Verden gehen alle Altersgruppen aufs Wasser. „Die Übergänge sind fließend, vieles läuft bei uns über die Familien“, stellt der Vorsitzende fest. Eltern bringen ihre Kinder mit, die dann häufig spielerisch und ganz natürlich an den Wassersport herangeführt werden. Der Rest entwickele sich von selbst. Im Laufe der Zeit entscheide sich, ob die Mitglieder entspanntes Paddeln im Revier der Aller bevorzugen oder die sportlichen Herausforderungen suchen.

    Der Name des WSV wird in der Vereinsszene insbesondere mit der Hochwasserrallye im März verbunden, die regelmäßig mit mehreren hundert Teilnehmern an drei verschiedenen Orten startet und in Verden auf dem Clubgelände endet. Die Ambitionierten gehen im 112 Fluss-Kilometer entfernten Celle ins Wasser, es folgen Hodenhagen (55 Kilometer) und Rethem (30 Kilometer). „Mit der Rallye wollte man einst beweisen, dass es möglich ist, vom Oberlauf bis zur Mündung auf der Aller zu paddeln“, erzählt der Vereinschef zur Geschichte dieser mehr als 40 Mal ausgerichteten Rallye. Der Vereinsname taucht aber auch an vielen anderen Orten auf. Mitglieder des WSV sind bei der Tiden Rallye auf der Unterweser unterwegs, nehmen an Grachtenfahrten in Hamburg teil, waren bei einer Ausfahrt im Spreewald dabei, beweisen sich im Wildwasserrevier und waren in Österreich, Holland und Italien aktiv. Der WSV gehört zu den ambitionierten Vereinen im Bezirk Lüneburg. Er ist Ausbildungs- und anerkannter aktiver Verein des Deutschen Kanu Verbands (DKV) sowie Landesleistungsstützpunkt, und machte durch Titel bei Landesmeisterschaften und der Teilnahme an Europameisterschaften auf sich aufmerksam.

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    Aus dem erfolgreichen Nachwuchsbereich gingen im Wassersport bekannte Sportlerinnen wie Kyra Klatt hervor, die im Jahr 2018 vierfache Landesmeisterin im Kanu wurde und an den Europameisterschaften der U23 in Italien teilnahm. Trotz der ausgeprägten Reiselust und sportlicher Ambitionen, spielt sich der Alltagsbetrieb in heimatlichen Revieren rund um Verden ab. „Auch wenn wir gerne unterwegs sind, unser Hausbach ist und bleibt die Aller“, beschreibt Guth das heimatliche Revier.

    Der Fluss liegt den Wassersportlern auch aus einem anderen Grund am Herzen. Einen hohen Stellenwert hat grundsätzlich der Natur- und Umweltschutz. „Wir kooperieren seit Langem mit dem Naturschutzbund Deutschland und unterstützen den Umweltgedanken“, betont der gesamte Vorstand um Stefan Guth, den zweiten Vorsitzenden Holger Duprée und Schriftführerin Matina Raulf. Dazu dienen entsprechende Schulungen, die unter anderem vom Naturschutzbund Nabu unterstützt werden. Auf diese Weise sollen die Teilnehmenden für die Belange des Natur- und Umweltschutzes im Kanusport sensibilisiert werden. Dazu gehören Kenntnisse über naturgemäßes Paddelverhalten, Gefährdung und Schutz der Gewässer sowie deren Lebewesen, Tiere und Pflanzen in und am Wasser, Gewässertypen und -regionen, Gewässergüte und deren Bestimmungen sowie Themen wie Befahrensregeln, Tourenplanung und Durchführung. Positiv sieht der Verein auch das vom Bund geförderte Großprojekt „Aller Vielfalt“, in dem die weitere Renaturierung eines stadtnahen Bereichs der Aller mit öffentlichen Geldern umgesetzt werden soll. Der Verein sei in den Prozess eingebunden und trage mit seinem Wissen um den Fluss zu Lösungen bei. Das sei für alle Beteiligten gut, so Guth.

    Der WSV Verden gehört zu den Sportvereinen, die vergleichsweise gut durch die Corona-Zeiten gekommen sind. Große Versammlungen und Zusammenkünfte waren auf Grund der Verordnungen nicht möglich, doch Ausfahrten mit dem eigenen oder einem Vereinsboot eine gern genutzte Option. Mittlerweile sei wieder ein Stück Normalität eingekehrt. Ein rund 100.000 Euro schweres Bauprojekt für einen Anleger sei inzwischen abgeschlossen, derweil nehme man nächste Aufgaben in den Blick. Dazu gehören die energetische Verbesserung der beiden Vereinsgebäude, bei dem man auf die bewährte Förderung durch Stadt, Landkreis und Landessportbund setze. Nicht zuletzt arbeite man an den Vorbereitungen für zwei große Feste. Das Vereinsfest soll in diesem Herbst wieder stattfinden und man nehme schon jetzt das Jahr 2027 in den Blick, wenn der runde 100. Geburtstag ansteht.

    Die Attraktivität des WSV spiegelt sich in soliden Mitgliederzahlen wider. Den Verein gründeten sieben Mitglieder im Jahr 1927. Zunächst als Segelverein, bevor sich die Wassersportler dem Deutschen Kanuverband (DKV) anschlossen und sich in Wassersportverein Verden umbenannten. Der junge Verein wuchs weiter, als er 1946 die ehemalige Militärbadeanstalt von den Alliierten übernahm und zwei Jahre darauf dem Landeskanuverband Niedersachsen beitrat. In den 1970er Jahren pachtete der WSV zusätzlich ein angrenzendes und rund 4000 Quadratmeter großes Grundstück als Zeltplatz von der Stadt Verden. „Wir werden seitdem als offizieller DKV-Zeltplatz geführt und wurden 2004 zudem zum Landesleistungsstützpunkt“, berichtet Stefan Guth. Aktuell treiben etwa 450 junge und alte Menschen im Verein ihren Sport.

    Der Verein habe viele ältere Mitglieder, die noch im Boot unterwegs sind, sowie Senioren, die es ruhiger angehen ließen. Manchem Oldie falle es zunehmend schwer, ins Boot zu steigen, auch der Gleichgewichtssinn lasse nach. „Das sind dann später unsere Terrassenpaddler, die sich auf den Bänken vor unserem Vereinsheim treffen, die Gemeinschaft, den Klönschnack und den Blick in die Natur genießen“, beschreibt Stefan Guth. Andererseits gebe es aktive Senioren, die noch mit 90 Jahren an Ausfahrten und Wettbewerben teilnähmen. Man setze auch zukünftig auf ein gutes Miteinander. Das umfasse gemeinsame Arbeitsdienste ebenso wie den Austausch auf dem Vereinsgelände oder regelmäßige Ausfahrten. Zudem habe der Wassersportverein einen großen Vorteil: Die Natur und das angestammte Revier lägen direkt vor der Haustür, dem Verein entstünden keine Kosten für Sportplätze, Turnieranlagen, Hallen oder ähnliches.

    Neue Mitglieder sind gern gesehen. Im Sommer ist Schnupperpaddeln möglich. Die offizielle Saison dauert von April bis Oktober.

    Fotos: Arne von Brill

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